Kinderleben in den Slums von Nairobi

 

Das Leben eines Kindes in einem Slum – was das bedeutet, das können wir uns in Europa eigentlich gar nicht vorstellen. Wenn man vor Ort in Afrika ist, lernt man schnell, dass unsere Vorstellungen, die wir von Slums – übersetzt einfach Armen- oder Elendsviertel – haben, von Klischees überlagert werden. Am Ende ist ein Slum meist ähnlich organisiert wie andere Stadtviertel, nur die Qualität der Infrastruktur, der Gebäude – Hütten aus Wellblech und Lehm –, der Versorgung mit Wasser oder Strom ist schlechter. Slums sind überbevölkert und ihre Bewohner leben dicht an dicht in oft improvisierter Bausubstanz, an der sie keine Eigentumsrechte besitzen. Die Konsequenzen eines Kinderlebens im Slum sind erheblich: Die Organisation des Alltags verschlingt jene Ressourcen, die andernorts in Ausbildung investiert werden können. Ein achtjähriges Kind antwortet dann auf die Frage, was es am besten kann, sei abwaschen, aufräumen oder Ugali kochen. Das bildet ab, was die Eltern von den Kindern erwarten und womit sie sich tagtäglich beschäftigen.

 

Zur kraftraubenden Bewältigung des Alltags gesellen sich oft soziale Probleme wie Alkohol- und Drogensucht der Eltern, Gewalt, Krankheit und Kriminalität – keine kindgerechte Umgebung. Besonders Nairobi leidet immens an gewaltsamen Raubüberfällen. Der Alltag im Slum – meistens birgt er keine Freiräume für Kreativität. Jene Fluchtmöglichkeiten, die jedes Kinderleben füllen sollte. Oft besitzen die Kinder nicht einmal ein eigenes Spielzeug.   

 

Der Kibera & Mathare Slum

 

In Kibera wohnen je nach Schätzung zwischen einer und einer halben Million Menschen verschiedener Volksgruppen. Dieser Stadtteil von Kenias Hauptstadt gilt als der größte Slum in Ostafrika. „Kibra“ bedeutet übersetzt so etwas wie Wald oder Dschungel. Bereits um 1920 entstand die Siedlung, zunächst als Wohnort nubischer Soldaten.  

UN Habitat hält einige Fakten parat: in Soweto East, einem Department Kiberas leben 71.000 Menschen, denen insgesamt nur 15 Bäder und Toiletten zur Benutzung bereitstehen. Nicht selten leben sechs Menschen zusammen auf neun Quadratmetern. Geschlafen wird oft auf dem blanken Boden.

 

Mathare bezeichnet nicht einen Slum, sondern eine Reihe von Slums, in denen nach Schätzungen eine halbe Million Menschen leben. Der Kern-Slum befindet sich im Mathare Valley, einem Tal von ca. 300 Metern Breite und zwei Kilometern Länge. In diesem Bereich leben rund 180.000 Menschen. Während der Regenzeit versinken die Behausungen in Dreck und Schlamm. Von den Fluten werden oftmals die kargen Behausungen weggerissen, mit ihnen auch Bewohner und vor allem Kinder. Die häufigsten Todesursachen sind AIDS und Mord. Es herrscht eine hohe Kriminalität. Das Valley wird von Banden beherrscht. Durch das Sammeln und den Verkauf von Müll tragen viele der Kinder auch hier zum Lebensunterhalt mit bei.

 

 

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WO IST EIGENTLICH KIBERA +

MATHARe?